Erklärt ein Vermieter einer Mieterin, dass sie ihre 42qm Einzimmerwohnung verlassen müsse, weil seine Tochter nach einem längeren Neuseelandaufenthalt wieder nach Hause kommt, um ihr Studium fortzuführen, so hat er damit ausreichend dargetan, dass er ein berechtigtes Interesse daran hat, sein Eigentum nun (wieder) von einem Familienmitglied bewohnen zulassen. (BGH, VIII ZR 317/10)
Quelle: IVD West / Redaktionsbüro Wolfgang Büser
Sie sind im Schnitt nur zwei Quadratmeter groß und halten sich meist dezent im Hintergrund. Und doch prägen Türen ganz entscheidend das Erscheinungsbild einer Wohnung. Schon beim Klingeln an der Haustür vermittelt sich dem Gast oft unbewusst ein Eindruck vom Lebensstil der Bewohner.
Wer sich heute eine neue Tür anschafft, sollte genau überlegen, was zu seinem Leben und Wohnumfeld passt. “Wichtig ist die Haltbarkeit. Und die ist abhängig von der Nutzung der Türen”, sagt Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller (VFF). “In gewerblich genutzten Gebäuden oder in einem Haushalt mit Kindern, in denen Türen öfter mal heftig zugeschlagen werden oder mit dem Rutschauto dagegen gefahren wird, braucht man robustere Exemplare als in eher ruhigen Haushalten”.
An Haustüren, die Wind und Wetter ausgesetzt sind, müssen noch einmal höhere Ansprüche gestellt werden als an Zimmertüren. Haustüren gelten als Visitenkarte des Eigenheims. Fassade, Fenster und Haustür sollten möglichst harmonieren und ein stimmiges Ganzes ergeben. “Doch die Zeiten, in denen hauptsächlich die Außenoptik passen sollte, sind lange vorbei. Moderne Haustüren können viel mehr. Heute wird Wert auf Bedienkomfort, Innen- und Außendesign, Qualität, Energieeinsparung, Langlebigkeit und Einbruchhemmung gelegt. Außerdem soll die Tür auch noch wartungsarm und pflegeleicht sein”, sagt der Experte.
Im Trend liegen Türen aus Aluminium, Kunststoff und Holz. Im hochwertigeren Bereich findet man vorwiegend Aluminium- und Holz- beziehungsweise Holz/Alu-Haustüren. Sie besitzen eine Bautiefe von circa 80 Millimetern und haben mindestens zwei Dichtungsebenen. Um einen “stolperfreien” Eintritt zu gewährleisten, werden überwiegend flache Bodenschwellen ausgewählt.
Aktuelle Türenfarben sind sand- beziehungsweise quarz, braun, weiß, schwarz/anthrazit sowie grün und rot. Außerdem dürfen Haustüren heute auch metallisch glänzen oder mit Glitzer und Glamour aufwarten. Beim Design überwiegen klare Linien, ein- und beidseitig Flügel überdeckende Füllungen, gebürstete Oberflächen im Holzhaustürbereich und Ganzglasfüllungen. Aber auch Applikationen aus Edelstahl, Echtholz und Echtstein sowie Design-Türgriffe sind zeitgemäße Hingucker. Bei den verwendeten Gläsern werden besonders Designgläser, farbige Gläser und sandgestrahlte bzw. lackierte Gläser nachgefragt. Hinzu kommen mit Digitaldruck behandelte Gläser und als besondere technische Raffinesse LED-Leuchten in den Türen.
Ein Erkennungszeichen für Qualität sei das RAL Gütezeichen für Haustüren, sagt Ulrich Tschorn. “Dies sollten Kunden nicht nur für die Fertigung der Türen, sondern unbedingt auch für deren Montage verlangen.”
Damit Türen lange schön bleiben, müssen sie regelmäßig gepflegt werde. Dazu reichen in der Regel ein feuchtes Tuch und ein mildes Reinigungsmittel. “Keinesfalls sollten aggressive oder scheuernde Putzmittel verwendet werden. Auch Scheuerschwämme oder Stahlwollkissen sind tabu. Kleinere Beschädigungen wie Kratzer, Dellen oder kleine Löcher in Holzoberflächen können mit farblich passendem Reparaturwachs ausgebessert werden”, rät Thomas Oberst vom TÜV Süd.
Gefährdet sind Türen, wenn große Temperaturunterschiede zwischen den Räumen herrschen. Dann kann sich das Türblatt verwölben und die Tür schließt nicht mehr richtig. Einen Qualitätsmangel stellt das nicht immer dar. “Holztüren dürfen sich um bis zu vier Millimeter verziehen, ohne dass man dies reklamieren kann”, betont der TÜV-Experte. “Hochwertige Türen halten Temperaturunterschieden oder Luftfeuchtigkeit meistens besser stand.” Wenn aber eine Holztür erst einmal extrem verzogen sei, helfe nur eines: auswechseln.
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Körperliche Einschränkungen im Alter können das Leben im eigenen Haus stark erschweren. Älteren Hausbesitzern empfiehlt die Informations- und Beratungskampagne “Haus sanieren – profitieren” der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) daher, eine energetische Sanierung gleich mit einer altersgerechten und barrierefreien Ausstattung zu kombinieren.
Damit das auch bezahlbar wird, können Sanierer das Förderprogramm “Altersgerecht umbauen” der KfW-Bankengruppe in Anspruch nehmen. Den DBU-Experten zufolge gibt es einen Zuschuss für Gebäudezugänge, Aufzugsanlagen, mechanische Fördersysteme, Treppenanlagen und Rampen. Die einzelnen Baumaßnahmen seien als Förderbausteine frei miteinander sowie auch mit weiteren Förderprogrammen der KfW kombinierbar.
Ab einer Investitionssumme von mindestens 6.000 Euro würden fünf Prozent der Kosten bezuschusst. Maximal könne man pro Wohneinheit ein Zuschuss von 2.500 Euro erhalten. Die Experten raten, einen Fachmann – zum Beispiel einen Baubegleiter – hinzuzuziehen, der bei allen Formalitäten helfen könne.
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Das Bundesbauministerium hat ein neues Förderprogramm für Modellhäuser aufgelegt, die den sogenannten Plus-Energie-Standard erfüllen. Dafür stehen zunächst im Jahr 2011 rund 1,2 Millionen Euro bereit, wie das Ministerium mitteilte. Mit dem Programm werden Bauherren unterstützt, die Gebäude errichten, die deutlich mehr Energie produzieren, als für deren Betrieb notwendig ist.
Die Häuser sollen unter realen, das heißt bewohnten Bedingungen getestet und bewertet werden. Dazu wird den Bauherren jeweils eine Expertengruppe zur Seite gestellt. Die Forschungsergebnisse werden anschließend veröffentlicht. Projektträger des Programms ist das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung.
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Der feuchte Sommer mag die Menschen nerven – den Schnecken kommt er gerade recht. In Scharen machen sie sich über Salat, Dahlien oder die Austriebe des Rittersporns her. Die Bierfalle ist nach dem Schneckenkorn eine der beliebtesten Methoden, die gefräßigen Plagegeister loszuwerden. Sie ist schnell gebaut und befüllt, hat aber einige Nachteile, die Hobbygärtner bedenken sollten.
“Die größten Schäden verursachen Nacktschnecken, beispielsweise die besonders häufig vorkommende Spanische Wegschnecke”, erläutert Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Sie hinterlassen Fraßstellen, die meist vom Blattrand ausgehen. Ein zusätzliches Indiz für Schneckenbefall sind silbrige Schleimspuren, die an den Pflanzen oder am Boden zurückbleiben.
Viele Hobbygärtner versuchen der Plage mit Bier zu begegnen: Schnecken mögen den Geruch des Gerstensafts. Als Fallen eignen sich beispielsweise Joghurtbecher oder Marmeladengläser. Wichtig ist, dass die Wände senkrecht und glatt nach unten verlaufen. Werden die Fallen zu zwei Dritteln mit Bier gefüllt, müssen sich die Schnecken über den Rand beugen und fallen hinunter. Allerdings kommen nicht nur eigene, sondern auch Nachbars Schnecken: Aus einem Umkreis von 150 Metern kriechen die schleimigen Tiere bei Biergeruch herbei, wie Natalie Faßmann erläutert, Autorin des neuen Pflanzenschutz-Buches “In die Falle gegangen” (pala-Verlag 2011).
Tödlich für Schnecken ist der Alkohol im Bier, er hat eine lähmende und entwässernde Wirkung. Alkoholfreies Bier wirkt daher nicht gegen Schnecken.
Allerdings werden auch andere, meist nützliche Insekten und Säugetiere vom Bier angezogen. “Igeln bekommt der Genuss überhaupt nicht, sie torkeln betrunken durch den Garten, und wenn sie dann noch betrunkene Schnecken fressen, bekommen sie eine Alkoholvergiftung”, warnt Faßmann. Die Diplom-Ingenieurin in Gartenbauwissenschaften beruft sich dabei auf die Erkenntnisse der British Hedgehog Preservation Society, einer Gesellschaft zum Schutz von Igeln. Allein der Igelschutz sei also ein guter Grund, um auf Bierfallen zu verzichten.
Wer sich doch für diese Bekämpfungsmethode entscheidet, sollte die Fallen nicht ebenerdig eingraben, sondern ein bis zwei Zentimeter über dem Boden stehen lassen. Das ändere nichts an der Wirkung gegen Schnecken, schütze aber Laufkäfer und Weberknechte, erläutert Faßmann: “Sie können dann bei ihren Streifzügen durchs Beet nicht mehr in das Bier fallen.” Weil die Bierfallen in der Regel viel mehr Schnecken anlocken, als sie aufnehmen können, müssen sie täglich kontrolliert und geleert werden. Tote Schnecken können auf dem Kompost entsorgt oder vergraben werden.
Eine etwas aufwendigere Alternative zur Schneckenbekämpfung, die jedoch die Nützlinge im Garten schont, ist das Absammeln. Dazu legt man feuchte Tücher oder Holzbretter aus, die von den Schnecken tagsüber als dunkler, feuchter Unterschlupf angenommen werden. So können die Plagegeister morgens abgesammelt werden. “Schnecken fressen in der Regel nachts, bei feuchter Witterung aber auch am Tage”, ergänzt Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Hobbygärtner sollten darum auch ihre Gießgewohnheiten ändern, weil die Schnecken auf Feuchtigkeit angewiesen sind. Trockener Boden erschwert ihnen das Fortkommen. Wässert man morgens, ist der Boden abends abgetrocknet, wenn sich die Schnecken auf den Weg zu ihren Futterquellen machen. Auch trockener Rindenmulch eignet sich gut als Sperre gegen Schnecken.
Die Zuwanderung von außen lässt sich außerdem eindämmen, indem man Schneckenzäune zum Beispiel um Gemüsebeete aufstellt. Gegebenenfalls kann auch Gift, ein Schneckenkorn mit den Wirkstoffen Eisen-III-phosphat oder Metaldehyd, gestreut werden. Die Herstellerangaben müssen bei der Ausbringung aber genauestens beachtet werden, damit nicht andere Tiere in Gefahr geraten. Gegen Ackerschnecken lassen sich nach Auskunft der Landwirtschaftskammer in Münster zudem auch Fadenwürmer, sogenannte Nematoden (Phasmarhabditis hermaphrodita), ausbringen.
Außerdem lassen sich mit bestimmten Pflanzen Barrieren bilden. Schnecken verschmähen beispielsweise Phacelia, das blau-violett blühende Büschelschön, das wegen seiner Attraktivität auf Insekten auch Bienenweide genannt wird. Von Kräutern wie Thymian und Salbei halten sich Schnecken ebenfalls weitgehend fern. Werden die Gemüsebeete damit umpflanzt, kann man die Schädlinge dort zumindest ein wenig vom Fressen abhalten.
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Warmwasserbereitungsanlagen in Mehrfamilienhäusern können unter Umständen von gesundheitsschädlichen Legionellen befallen sein. “Diese Bakterien lösen im Zweifelsfall eine schwere Lungenentzündung aus, die tödlich verlaufen kann”, informiert Gerold Happ, Referent für Wohnungseigentum der Eigentümergemeinschaft Haus & Grund.
Die Verordnung verpflichtet Eigentümer, zentrale Anlagen zur Warmwasserbereitung einmal im Jahr auf Legionellen überprüfen zu lassen. “Da dies nur im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit verpflichtend ist, sind nur Vermieter von der Verordnung betroffen. Allerdings auch nur für Anlagen, die mindestens 400 Liter Wasser fassen”, erläutert Happ. Die Kosten beliefen sich voraussichtlich auf 200 Euro jährlich bei einem Haus mit acht Parteien. Sie könnten im Rahmen der Betriebskosten auf die Mieter umgelegt werden.
Legionellen lebten nur im warmen Wasser mit einer Temperatur von 25 bis 50 Grad Celsius. “Deswegen sind Vermieter ohnehin verpflichtet, die Wassertemperatur in der Anlage einmal täglich auf 60 Grad Celsius zu erhöhen”, sagt der “Haus & Grund”-Referent. Man wisse aber nicht, inwiefern diese Schutzmaßnahme konsequent durchgeführt werde. Happ betont zugleich, dass die Verordnung nur auf einer Annahme basiere. Dass Lungenentzündungen vermehrt durch Legionellen in Warmwasserbereitungsanlagen hervorgerufen würden, sei nicht belegt.
“Die Erreger werden durch Einatmen übertragen, nicht aber durch das Trinken des verseuchten Wassers”, sagt der Experte. Besonders beim Duschen oder anderen Tätigkeiten, bei denen Wasser zerstäubt werde, sei die Ansteckungsgefahr groß. Dann würden die Bakterien freigesetzt und könnten in die Lunge eindringen. Daher empfiehlt Happ Mietern, die von einem Legionellenbefall in ihrem Haus wissen, auf das Duschen zu Hause zu verzichten und beim Hantieren mit Wasser – etwa beim Händewaschen – einen Mundschutz zu tragen. Vorher abgekochtes Wasser könne man unbedenklich benutzen. Mieter hätten in solch einem Fall außerdem das Recht auf eine Mietminderung.
Die jährlichen Wasserproben müssen an repräsentativen Stellen im ganzen Haus entnommen werden. “Bei einem sechsstöckigen Haus würde man beispielsweise Proben aus dem Keller, dem zweiten und dem sechsten Stock nehmen”, erklärt Happ. Die Untersuchungen dürfen nur Unternehmen durchführen, die bei den Landesgesundheitsministerien registriert sind. Entsprechende Listen sollen von den Behörden bereitgestellt werden.
Werden Legionellen festgestellt, drohe dem Vermieter keine Strafe. “Er muss die Anlage aber schnellstmöglich desinfizieren lassen. Eine beliebte Methode ist die thermische Desinfektion”, sagt der Experte. Dabei werde das Wasser auf 70 Grad Celsius erhitzt, so dass alle Bakterien innerhalb kurzer Zeit absterben. Der Vermieter müsse zudem seine Mieter informieren sowie dem Gesundheitsamt unter anderem Untersuchungsergebnisse und eine Bescheinigung über die Beseitigung vorlegen.
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Verbraucher sollten die jährliche Energierechnung genau prüfen, denn sie kann fehlerhaft sein. Darauf macht die Verbraucherzentrale Sachsen aufmerksam. So komme es vor, dass die Abrechnung zwar richtig ist, aber von falschen Daten ausgegangen wurde oder sogar Zählernummern verwechselt wurden, sagt Roland Pause, Energieexperte der Verbraucherzentrale.
Häufig vermuten Verbraucher, dass der Zähler falsch zählt. Das sei in der Regel nicht der Fall, sagt Pause. Bestünden Zweifel an der Richtigkeit eines gültig geeichten Zählers, könne über den Eigentümer des Zählers, in der Regel das Energieversorgungsunternehmen, eine Prüfung bei einer staatlich anerkannten Prüfstelle beantragt werden. Liege die Messgenauigkeit innerhalb der Fehlergrenzen, müsse der Kunde die Kosten der Prüfung selbst tragen.
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Badsanierungen kosten meist viel Zeit und sind mit Schmutz- und Lärmbelästigung verbunden. Eine Vorwandinstallation bietet eine wirtschaftliche und saubere Alternative, um sein individuelles Badezimmer zu realisieren, wie die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) berichtet. Es sei unnötig, Wände aufzustemmen, dies spare einen Arbeitsgang.
Mit einzelnen Vorbauten, die aus vormontierten Tragesystemen bestehen, lasse sich der Raum nach Belieben strukturieren und gestalten. Die in verschiedenen Abmessungen und Ausführungen verfügbaren Systeme haben bereits alle Ver- und Entsorgungsleitungen sowie Anschlüsse für Waschtisch, Dusche und WC installiert. Diese müssten dann sachgemäß in Wand oder Boden verschraubt und an das Wasser- und Abwassersystem angeschlossen werden, erläutern die Experten. Eine anschließende Dämmung und Verkleidung mit feuchtigkeitsresistenten Gipskartonplatten sowie die Verlegung von Fliesen, Tapeten oder Holz seien die letzten Schritte, bevor man die Sanitärobjekte montiert. Zudem entfalle die aufwendige Baukoordination, da nur noch ein Sanitärfachmann für die Installation benötigt werde.
Die Möglichkeit, die Sanitärobjekte unabhängig von den vorhandenen Wasseranschlüssen zu installieren biete Gestaltungsspielraum und eigne sich zum Beispiel für die Konstruktion von altersgerechten Bädern.
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Angeblich leben wir in einer Ausgehgesellschaft. Tatsächlich aber findet ein großer Teil des öffentlichen Lebens in den eigenen vier Wänden statt, sagt der Berliner Trendforscher Axel Venn. Bekannt geworden ist dieser Effekt unter dem Begriff Homing. “Homing ist – ähnlich wie Cocooning – ein Begriff für Rückzug.
Das prägt auch die Einrichtung: “Für gemeinsame Spieleabende oder Essen mit Freunden braucht man eine andere Tischform als für das Essen im Familienkreis. Und wer gerne mit Freunden kocht, braucht eine Küche mit mehr Platz, eine Wohnküche oder eine offene Küche”, sagt Descher. Auch Unterhaltungselektronik sei wichtig, wenn Club- und Kinobesuche durch Abende zu Hause ersetzt werden. Und man brauche mehr und andere Sitzgelegenheiten: “Ecksofas waren lange verpönt – heute sind sie wieder da und größer denn je.” Typischerweise seien sie eher zum Hineinkuscheln als zum ordentlichen Sitzen geeignet und für viele Leute ausgelegt.
Die gestiegende Nachfrage nach Fellen, sei ebenfalls kennzeichnend für das Homing: “Felle sind warm, weich und atavistisch”, sagt Axel Venn, der an der Hochschule Hildesheim die Professur für Farbgestaltung und Trendscouting innehat. Auch die Abkehr von allzu klaren Linien gehört für den Trendforscher zu diesen Atavismen: “Menschen mögen keine scharfen Ecken, sie suchen Dinge, die sie streicheln können, und das sind runde Formen.” Ein Schlüsselwort ist für ihn “Gemütlichkeit”: “Es geht um Dinge, die das Gemüt ansprechen. Es geht nicht um Status, nicht um Glanz und Glamour, sondern um Empathie. Alles ist gemütlich, einladend, und der Mensch steht im Mittelpunkt”, sagt der Experte. Das äußere sich auch in den Farben: “Homing bedingt eine Abkehr von den Unfarben Schwarz und Weiß zu den Farben der Geborgenheit”, sagt er. Also Cremetöne, Gold und Goldbraun, Rottöne mit hohem Gelbanteil. Auch der Verzicht auf starke Kontraste sei typisch: “Alles ist harmoniebetont.”
Nicht nur die Grenzen zwischen Heim und Außenwelt werden durchlässiger, auch Begrenzungen zwischen den Lebensräumen sind inzwischen weniger starr, beobachtet Innenarchitektin Beate Descher: “Schlaf- und Badezimmer werden kombiniert, genau wie Küche und Wohnraum. Das Arbeiten wird mehr ins Wohnen einbezogen, und Außenbereiche wie Balkon oder Garten werden stärker als früher ins Wohnen integriert.” Das zeige sich auch darin, dass Wintergärten wieder gefragt seien, ergänzt Venn. Auch der Garten oder Balkon werde zum Treffpunkt für Freunde.
Und im Haus änderten sich die Funktionen einiger Bereiche, sagt Descher: “Der Flur ist nicht der Windfang, in dem man die schmutzigen Schuhe abstellt, sondern der erste Empfangsbereich im Haus. Ess- und Wohnzimmer nehmen mehr Raum ein und werden interessanter gestaltet.” Auch die ehemals streng privaten Bereiche seien nicht mehr völlig abgeschirmt: “Man zeigt sein Heim gerne, auch das Schlafzimmer.”
Menschen seien immer hin- und hergerissen zwischen dem Bedürfnis, in die Ferne zu schweifen, und dem nach Heimatlichkeit, sagt Trendforscher Venn. “Im Moment überwiegt das Heimweh. Damit geht auch eine Rückbesinnung auf die eigenen Archetypen einher, heimische Folklore wird ein Riesen-Thema werden.” Statt eines Buddhas stelle man sich lieber Gartenzwerge auf den Rasen: “Die Zeit der importierten Wohninszenierungen ist vorbei.” Auch Geweihe und Kuckucksuhren an den Wänden seien Kult, ebenso wie karierte Tischdecken oder Blümchentapeten: “Es findet eine Neuinterpretation des Ursprünglichen statt”, sagt der Experte.
Dazu passt, dass heimische Hölzer im Trend liegen. Die “Homer” seien eher für Eichendielen zu haben als für Mahagoniparkett. Was natürlich auch eine ökologische, ressourcenschonende, also ethische Komponente habe: “Ethische Normen spielen eine wichtige Rolle, Ethik ist ein Statusprodukt geworden”, sagt Venn. Doch diese Ethik habe nichts mit Verzicht zu tun: “Homing ist ein Lebensgefühl, das Askese total ablehnt.”
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Lässt ein Grundstücksbesitzer auf seinem Gelände ein Auto vor sich hin rosten, so kann er von der Kommune dazu verpflichtet werden, das Fahrzeug schadlos zu entsorgen. Seine Behauptung, er wolle das Gefährt so lange einlagern, bis es die steuergünstigere Oldtimereigenschaft besäße, nahmen ihm die Richter am Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht nicht ab. Denn für den Eigentümer bestehe die gesetzliche Pflicht, solche Sachen von seinem Grund und Boden zu entfernen, die nicht mehr benötigt werden und die die Allgemeinheit – insbesondere die Umwelt – gefährden. Das gelte auch für nicht mehr verwendungsfähige Kraftfahrzeuge. Die Oldtimerausrede zog deswegen nicht, weil es „jeglicher vernünftige Erwägung“ widerspreche, ein Fahrzeug für viele Jahre unter freiem Himmel zu lagern, weil es dadurch zu Substanzschäden (vor allem durch Korrosion) komme. (Niedersächsisches OVG, 7 LA 36/09)
Quelle: IVD West/ Redaktionsbüro Wolfgang Büser



